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zur ausstellung: |
Der Beginn meines Skizzierens war das direkte Zeichnen u.a. am Strand auf die Radierplatte. Ich wollte Genauigkeiten vermeiden. Verbesserungen waren bei dieser Technik nicht möglich. So entstanden Kaltnadelradierungen, aber auch Ätzradierungen. Vorher wurden die Zinkplatten zugeschnitten und beschichtet. Ich ließ diese Zeichnungen in ihrer ursprünglichen Form bestehen und akzeptierte diese spontane Form für mich als gültig. Diese Arbeiten stelle ich nicht aus, sondern nur die Nachfolgearbeiten aus Skizzen mit dem Kugelschreiber vor Ort und die daraus entstandenen Siebdrucke und Aquarelle. Die Kugelschreiberskizzen (21 x 15 cm) fügte ich eines Tages, als ein Projekt anstand, in Originalgröße zu einem Bilderbogen (70 x 100 cm) zusammen und kopierte sie im Copy-Shop als Linienzeichnung auf Transparentpapier. Das Sieb wurde damit belichtet und dann einfarbig gedruckt. Später habe ich auch einzelne Skizzen vergrößert. So entstanden Siebdrucke aus spontaner Zeichnung, die meist auf Farbpapieren dunkelviolett oder grün oder anders gedruckt wurden.
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Überzeugende, sparsam gesetzte Linien, mit dem Kugelschreiber aufs Papier gehaucht, kennzeichnen ihre Handschrift. Meist verzichtet die Grafikerin gänzlich auf Binnenzeichnung, Schraffuren und Plastizität. Die Reduktion auf das Nötigste ist ausreichend, um eine Idee vom Geschauten zu vermitteln. Meisterhaft gelingt es ihr, die Flüchtigkeit des Moments einzufangen. So füllt sie Jahr um Jahr ganze Bücher mit leichter schwungvoller Hand. Mit der Aquarelltechnik, die zum schnellen Arbeiten zwingt, behauptet sich die Farbe als Stimmungsträger im OEuvre der Künstlerin. Neben flotten Pinselstrichen in kräftigen Farben finden sich auch zart-flimmernde Pastelltöne. Ihre Kompositionen und Überlagerungen, der Verzicht auf Perspektive und andere Konventionen im Bildaufbau sind ungewöhnlich. Der Zugang zu ihrer Bildwelt wird durch die Summe von Impressionen erleichtert, etwa wenn Gisela Kurkhaus-Müller mehrere Skizzen einer Serie zu großformatigen Tableaus zusammenfügt oder sie im Siebdruck vervielfältigt.
Heike Kramer
zur person: |
gisela kurkhaus-mueller:
- 1938 in Köslin/Pommern geboren
- aufgewachsen in Mecklenburg
- Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Wolfgang Mattheuer
- Dozentin für Entwurf an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin
- Malerin/Grafikerin sowie Designerin und Projektmanagerin
- Initiatorin von Berliner Salons unter Einbeziehung verschiedener Künste
- Personalausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland
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